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Mehlkäfer und Larven erkennen, bekämpfen Mittel und Hausmittel

Mehlkäfer auf einem Stück Brot

Bei Mehlkäfern ist der Name Programm. So ernähren sich die Vorratsschädlinge vor allem von Mehl und anderen Getreideprodukten. Dabei sind es nicht nur die Käfer selbst, die über Lebensmittel herfallen, sondern auch deren Larven. Letztere sind als Mehlwürmer bekannt. Wie sich Mehlwürmer und -käfer bekämpfen lassen, woher sie kommen und welche Gefahr von ihnen ausgeht. 

Mehlkäfer und Larven erkennen

Erwachsene Mehlkäfer (Tenebrio molitor) weisen eine längliche, schmale Form auf und sind 1,5 bis 2,5 Zentimeter lang. Die Färbung variiert von dunkelbraun bis schwarz. Sie gehören zur Familie der Schwarzkäfer. 

Die Larven des Mehlkäfers finden auch als Mehlwürmer Bezeichnung. Sie sind etwa 1,5 bis 2,5 Zentimeter lang und haben eine glatte, glänzende, braune bis schwarz-braune Oberfläche. Sie besitzen sechs Beinpaare und einen deutlich segmentierten Körper. Die Mehlwürmer sind meist, die die deutlich größeren Schäden an Lebensmitteln verursachen.  

Mehlkäfer Mehlwurm und Puppe

Können Mehlkäfer fliegen?

Erwachsene Mehlkäfer besitzen zwar Flügel, doch ihre Flugfähigkeiten sind begrenzt. In der Regel fliegen sie nur kurze Strecken und eher unkoordiniert. 

Meist fliegen sie dann ein kurzes Stück, wenn sie aufgescheucht werden. Im Vergleich zu anderen Käferarten wie Speckkäfer sind sie somit eher schlechte Flieger. 

Was fressen sie?

In der freien Natur leben Mehlkäfer in Wiesen und Feldern und ernähren sich von kleineren Insekten. Die Larven ernähren sich von organischen Abfällen. 

Im Umfeld von Menschen machen sich Käfer und Mehlwürmer neben dem namensgebenden Mehl vor allem über Müsli, Backwaren und andere Getreideprodukte her. 

Mehlkäfer-Eier erkennen

Die Eier von Mehlkäfern sind nur etwa 1 Millimeter groß, weiß und schwer mit bloßem Auge zu erkennen. Die weiblichen Mehlkäfer legen ihre Eier in der Nähe von Nahrungsmitteln ab in Spalten, Ritzen oder direkt auf den Lebensmitteln.

Woher kommen Mehlwürmer und -käfer?

In der freien Natur leben Mehlkäfer in Wiesen und Feldern. Hier nisten sie sich in Vogelnestern und in altem Holz ein. 

In die Umgebung von Menschen gelangen sie zumeist nicht durch ein offenes Fenster, sondern über einen der drei folgenden Umtragungswege: 

  • Bereits befallene Lebensmittel: Meist gelangen Eier unbemerkt durch bereits befallene Lebensmittel in Haus und Wohnung. Häufig befinden sie sich in Getreideprodukten, Trockenfrüchten oder auch in Tierfutter. 
  • Im Holz: Teilweise befallen Mehlkäfer Holz. Hier ernähren sie sich dann von Holzschädlingen. Sie können demnach auch über Holzgegenstände und -möbel ins Hausinnere gelangen.
  • Vogelnester z.B. auf dem Dachboden: Mehlkäfer und -würmer nisten sich gerne in Vogelnestern ein. Häufig befinden sich die Nester auf dem Dachboden. Von hier finden Käfer dann ihren Weg in andere Räume.

Kommen Mehlkäfer in Bett und Schlafzimmer vor?

Häufig werden Käfer im Schlafzimmer fälschlicherweise als Mehlkäfer identifiziert. Bei Käfern im Bett ist es jedoch äußerst unwahrscheinlich, dass es sich um Mehlkäfer handelt.

Oft handelt es sich um andere Schädlinge wie Bettwanzen, Flöhe oder Teppichkäfer oder Pelzkäfer.  

Problematisch werden die Schädlinge im Umfeld von Menschen. Hier nisten sie sich in Lebensmittelvorräten ein. Dazu zählen neben dem namensgebenden Mehl auch Müsli, Backwaren und andere Getreideprodukte. 

Sind Mehlkäfer gefährlich für Menschen?

In der freien Natur sind Mehlkäfer und ihre Larven harmlos. In der Umgebung von Menschen bringen sie jedoch folgende Probleme:

  • Verunreinigung von Lebensmitteln: Mehlwürmer hinterlassen Kot, Seidenfäden und andere Rückstände in den befallenen Lebensmitteln. Dies führt zu Verunreinigung der Lebensmittel.
  • Allergische Reaktionen: Einige Menschen können auf Hinterlassenschaften der Insekten allergisch reagieren. 
  • Mögliche Parasiten: Mehlkäfer können Parasiten wie Bandwürmer übertragen.

Vorbeugung: Lebensmittel luftdicht verpacken

Um es gar nicht erst zu einem Befall kommen zu lassen, empfiehlt es sich, Lebensmittel nach dem Kauf in luftdichte Bilder umzufüllen. 

Auch das Auslegen von Lorbeerblättern ist ein beliebtes Hausmittel. So wirkt deren Geruch abschreckend auf die lästigen Käfer. 

Mehlkäfer bekämpfen: Von Hausmittel bis Pheromonfalle

Weibliche Mehlkäfer legen bis zu 100 Eier. Eine Population kann sich entsprechend schnell ausbreiten. Einmal einen Befall durch Käfer und Mehlwürmer festgestellt, gilt es zeitnah entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. 

Hier gilt es zunächst folgende drei Schritte vorzunehmen:

  1. Identifikation der Quelle: Lokalisieren Sie die Quelle des Befalls. Das können Vorratskammern, Schubladen oder Schränke sein, in denen trockene Lebensmittel lagern. Darüber hinaus kommt es vor, dass sich Mehlkäfer in Holz oder in Vogelnestern beispielsweise auf dem Dachboden einnisten. 
  2. Entsorgung befallener Lebensmittel: Werfen Sie alle Lebensmittel weg, die von Mehlkäfern befallen sind. Achten Sie darauf, nicht nur offensichtlich befallene Lebensmittel zu entsorgen, sondern auch solche in der Nähe, um eine erneute Kontamination zu verhindern. 
  3. Gründliche Reinigung: Reinigen Sie die betroffenen Bereiche gründlich, einschließlich Regale, Schränke und Vorratsbehälter. Saugen Sie Ritzen und Spalten ab. Entsorgen Sie den Staubsaugerbeutel außerhalb des Hauses, um sicherzustellen, dass keine Eier oder Larven zurückbleiben.

Hausmittel gegen Mehlwürmer und -käfer

Gerade bei einem starken Befall durch den Mehlkäfer sind Hausmittel allein meist nicht ausreichend. Sie bieten jedoch eine sinnvolle Ergänzung und Vorbeugung.   

  • Lavendel: Der Duft von Lavendel kann Schädlinge abschrecken. Dazu platzieren Betroffene Lavendelsäckchen oder getrocknete Lavendelblüten in den betroffenen Bereichen.
  • Borax: Borax ist ein natürliches Reinigungsmittel und kann zur Reinigung von Oberflächen verwendet werden. Achten Sie darauf, es sicher zu handhaben, insbesondere wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt sind.
  • Essig: Auch die Reinigung mit Essig bietet einen natürlichen Schutz vor einem erneuten Befall. 

Produkte zur Bekämpfung von Mehlkäfern

Spezielle Produkte zur Bekämpfung von Mehlkäfern finden auch durch professionelle Schädlingsbekämpfer Anwendung. 

  • Insektizide: Diese sind in verschiedenen Formen wie Sprays, Pulver oder Nebel erhältlich. Es ist wichtig, die Anweisungen auf dem Produktetikett genau zu befolgen. Das gilt insbesondere im Umfeld von Lebensmitteln. 
  • Nebelautomaten: Nebler sind Geräte, die ein spezielles Insektizid als feinen Nebel versprühen. Ihr Einsatz erfolgt oft in größeren Räumen und Lagern.
  • Pheromonfallen: Lockstofffallen können dazu beitragen, erwachsene Mehlkäfer zu fangen und ihre Vermehrung zu kontrollieren. Diese Fallen verwenden spezielle Duftstoffe, um die Käfer anzulocken.
  • Diatomeenerde: Diatomeenerde ist ein natürlich vorkommendes Pulver, das aus den fossilen Überresten von Kieselalgen besteht. Es lässt sich zur Bekämpfung von Mehlkäfern einsetzen. Diatomeenerde wirkt mechanisch, indem es die äußere Schutzhülle von Insekten durchbohrt und austrocknet.

Bleiben eigens vorgenommene Maßnahmen erfolgreich, bleibt meist nur der Gang zum Kammerjäger.